Das Mädchen vom Bethmannpark

Pete Smith: Das Mädchen vom Bethmannpark. Societäts-Verlag. Frankfurt am Main 2016. 347 Seiten. Paperback. 12.80 Euro. ISBN: 978-3-95542-191-5

 

Unweit des Frankfurter Bethmannparks entdeckt ein Anwohner eine bewusstlose junge Frau, die sich, als sie erwacht, an nichts erinnert: weder wie sie heißt noch wo sie wohnt noch was mit ihr passiert ist. Offenbar leidet sie an Amnesie. Während sich Ärzte ihrer annehmen, bemüht sich die Polizei, die Identität der mysteriösen Fremden zu ermitteln. Doch niemand scheint sie zu vermissen… Unterdessen verzweifelt Jakob, Ergotherapeut in der Neurologischen Rehaklinik Kirschwald, zusehends am Schicksal seiner Patienten. Oft erzählt er ihnen Episoden aus den Biografien berühmter Personen und ermuntert sie, vorübergehend in deren Leben zu schlüpfen. So verwandeln sie sich in Edgar Wallace, Albert Einstein oder Coco Chanel, um neuen Lebensmut zu schöpfen. Als die unbekannte junge Frau in die Reha verlegt wird, kreuzen sich ihre Wege. Jakob ist von der geheimnisvollen Schönen auf Anhieb fasziniert. Umso mehr, da sie ihn an die erste Liebe seines Lebens erinnert.

„Was wie ein Krimi anfängt und sich zur Liebesgeschichte entwickelt, wird zu einem psychologischen Roman, in dem Smith die Abgründe des Gedächtnisses absteckt und die unheimliche Verschränkung aus Erinnern und Vergessen zum narrativen Anker macht“, schreibt Stefana Sabin in der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Darüber hinaus ist Smith ein Meister des Lokalkolorits und entwirft in diesem Roman eine Topografie der Großstadt zwischen Einkaufsstraßen und Parkidylle.“

Eine Leseprobe des E-Books finden Sie unter: https://lesen.amazon.de/kp/embed?asin=B01HFRA1WC&preview=newtab&linkCode=kpe&ref_=cm_sw_r_kb_dp_GKGzyb0S8VQ08

Glücksmomente I

Bobby und Gerd Brederlow

„Ich bin berühmt“, sagt Bobby Brederlow mit Blick auf seine Trophäensammlung im Regal – Bambi, Goldene Kamera, Goldener Gong – „und schön“, fügt er hinzu mit diesem verschmitzten Lächeln, dem niemand widersteht, „außerdem“, Bobbys Bruder Gerd verdreht schon die Augen, „kann ich gut singen“, aber nein, das kann Gerd Brederlow so nicht stehen lassen, „singen kannst du überhaupt nicht“, erklärt er, „wenn du singst, da halte ich mir die Ohren zu!“
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ROBERT-GERNHARDT-PREIS 2012

Der Robert Gernhardt Preis 2012 geht zu gleichen Teilen an Pete Smith für sein Romanprojekt „Endspiel“ und an Frank Witzel für sein Romanprojekt „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“. Die drei Juroren Eva Demski (Frankfurt am Main), Karl Heinz Götze (Aix-en-Provence) und Christoph Schröder (Frankfurt am Main) haben diese beiden Vorhaben unter 82 Bewerbungen ausgewählt. Continue reading